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Erfahrungen mit Nikon Webcam Utility

Mit dem Nikon Webcam Utility sollen sich spiegellose Systemkameras und digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) des Herstellers als hochwertige Webcams verwenden lassen. Ich habe es mit meiner Nikon D3500 ausprobiert.

Mit dem Nikon Webcam Utility sollen sich spiegellose Systemkameras und digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) des Herstellers als hochwertige Webcams verwenden lassen. Ich habe es mit meiner Nikon D3500 ausprobiert.

Im November 2020 hat Nikon das kostenlose Tool für Windows 10 (64-bit) und macOS veröffentlicht.

Webcam Utility soll dem gestiegenen Bedarf an Webcams aufgrund der starken Zunahme an Online-Meetings gerecht werden. Mit dieser Software können Benutzer die überragende Bildqualität kompatibler Nikon-Kameras in einem weiteren Einsatzbereich nutzen. Durch einfaches Installieren der Software auf einem Computer und Anschließen der Kamera über ein USB-Kabel können Benutzer ihre Kamera sofort als hochwertige Webcam einsetzen.

Quelle: https://www.nikon.de/de_DE/news-press/press.tag/news/bv-pr-wwa2009-nikon-releases-webcam-utility-software.dcr

Laut Nikon sind folgende Kameramodelle kompatibel

  • Z 7II, Z 7, Z 6II, Z 6, Z 5, Z 50, D6, D5, D850, D810, D780, D750, D500, D7500, D7200, D5600, D5500, D5300, D3500
  • „Die Kompatibilität dieser neuen Software zu künftigen spiegellosen Kameras und digitalen Spiegelreflexkameras von Nikon ist vorgesehen.“

Meine Tests habe ich mit der zum Zeitpunkt des Beitrags aktuellen Nikon Webcam Utility Version 1.0.2 durchgeführt.

Nach der Installation des Tools muss die Kamera über den Micro USB-Anschluss mit dem Rechner verbunden werden. (Die alternative Möglichkeit, ohne Nikon Webcam Utility über den ebenfalls an der Kamera vorhandenen Mini-HDMI-Port und eine separate Capture Card in den Rechner zu gehen, ist nicht Gegenstand dieses Artikels.)

Anschließend steht mir (hier am Beispiel von Microsoft Teams) eine weitere Webcam als Videoquelle zur Verfügung.

Nikon gibt noch diverse Hinweise mit auf den Weg

Wählen Sie den Modus P, S, A oder M, wenn Sie eine D750, D7500, D7200, D5600, D5500, D5300 oder D3500 benutzen.

Kameramikrofone werden nicht unterstützt. Verwenden Sie ein externes Mikrofon oder das Mikrofon, mit dem Ihr Computer ausgestattet ist.

Falls Live-View vorzeitig abbricht, wählen Sie längere Zeiten für Ausschaltzeit des Monitors > Live-View in den Kameramenüs.

Bei den Kameramodellen D810, D750, D7200, D5600, D5500, D5300 und D3500 ist die Live-View-Anzeige klein.

Die Kamera-Temperatur kann ansteigen, und eventuell schaltet sich Live-View nach lang andauernder Benutzung ab. Bitte warten Sie, bis sich die Kamera abgekühlt hat.

Beim Verwenden von Live-View wird mehr Strom verbraucht.

Beenden Sie Nikon Transfer 2 und Camera Control Pro 2, bevor Sie die Kamera anschließen.

Wenn mehrere Webkonferenz-Programme gleichzeitig auf Webcam Utility zugreifen, ist Live-View nur für ein Programm verfügbar.

Wenn Sie Nikon Transfer 2 oder Camera Control Pro 2 benutzen möchten, beenden Sie die Verbindung zu “Webcam Utility” in der Webkonferenz-Software.

Möglicherweise können Sie keine Kameraeinstellungen ändern, während die Kamera an einen Computer angeschlossen ist. Schalten Sie vor dem Ändern von Einstellungen die Kamera aus und trennen Sie die USB-Kabelverbindung.

Die Bildgröße ist 1024 x 768 Pixel (XGA). Manche Webkonferenz-Programme verwenden möglicherweise abweichende Seitenverhältnisse.

Achten Sie nach dem Herstellen einer Verbindung zur Kamera darauf, nicht die Speicherkarte zu entnehmen, während die Kontrollleuchte für Speicherkartenzugriff leuchtet.

Live-View wird eventuell nicht automatisch beendet, nachdem die Vorlaufzeit für die automatische Live-View-Abschaltung abgelaufen ist.

Live-View wird möglicherweise nicht beendet, wenn die Kamera ein- und ausgeschaltet wird. Schalten Sie die Kamera aus und dann wieder ein.

Die Kamera bleibt beim Schließen des Webkonferenz-Programms eventuell im Modus Fernsteuerung. Der Modus Fernsteuerung lässt sich durch Herausziehen des USB-Kabels beenden.

Einige Hinweise davon verdienen besondere Aufmerksamkeit

  • Die maximale Dauer des Live-View beträgt (bei meiner D3500 und einigen weiteren unterstützten Kameras) 30min. Das bedeutet, dass ihr anschließend durch Tastendruck o.ä. die Kamera bedienen müsst, um längere Videokonferenzen zu ermöglichen. Hintergrund dafür ist, dass eine Kamera ab 30min Aufnahmezeit als „Videokamera“ klassifiziert wird und durch höhere Zollgebühren anfallen – die Hersteller gerade bei Einstiegsgeräten gerne vermeiden
  • Ist die Live-View-Anzeige klein“ ist offenbar der versteckte Hinweis, dass bei den betroffenen Kameras ein umlaufender schwarzer Rahmen zum Bild gehört…

Hier ein Screenshot auf OBS Studio

Bei Microsoft Teams verhält es sich leider ebenso – was auch und gerade bei Verwendung eines virtuellen Hintergrundbilds zu ungewohnten (und ungewollten) Effekten führt

  • Schwarzer Rahmen um das eigentliche Kamerabild
  • schwarzer Bereich unten sowie beschnittene Arme in Verbindung mit virtuellem Hintergrund

Fazit

Zumindest mit meiner Kamera (Nikon D3500) und für meine Zwecke (v.a. Videokonferenzen mit Microsoft Teams) ist das Nikon Webcam Utility-Tool nicht sinnvoll einsetzbar. Da bleibe ich bei meiner Logitech C920, die für meine Ansprüche sehr gute Bildqualität produziert.

Anders sieht es ggf. bei Videoaufnahmen aus, bei denen man in der Postproduktion das Bild nochmal zurechtschneiden kann – oder wenn man die Spiegelreflexkamera per HDMI mit einer Capture Card (oder einem ATEM Mini…) verbinden würde…

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