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New Work – Teil 3: Was machen Unternehmen – und was wollen Mitarbeiter

Die Mehrheit der Unternehmen, die „New Work“ auf der Agenda haben, hat auch verstanden, dass mehr dahinter steckt als ein Kicker im Pausenraum. Und doch gibt es bemerkenswerte Unterschiede zwischen den häufigsten Maßnahmen und den tatsächlichen Wünschen der Mitarbeiter. Welche das sind, zeige ich in diesem heutigen Beitrag.

Die Mehrheit der Unternehmen, die „New Work“ auf der Agenda haben, hat verstanden, dass mehr dahinter steckt als ein Kicker im Pausenraum. Und doch gibt es bemerkenswerte Unterschiede zwischen den häufigsten Maßnahmen und den tatsächlichen Wünschen der Mitarbeiter. Welche das sind, zeige ich in diesem heutigen Beitrag.

Was Unternehmen machen

Umfragen zufolge steht „New Work“ auf der Agenda von bis zu 90% der Unternehmen (Kienbaum New Work Pulse Check 2017, IDG Arbeitsplatz der Zukunft 2018). Am häufigsten genannt werden von Unternehmen folgende Maßnahmen

  • Home Office-Möglichkeiten
  • Mobile Technologien
  • Offenes und flexibles Bürokonzept
  • Flache Hierarchien

Für mich erscheinen diese Maßnahmen wie bemühte Versuche, innerhalb der konventionellen Denkmuster New Work-Elemente zu identifizieren und diese als Fortschritt zu verkaufen.

  • Ein Bürokonzept setzt eben weiterhin ein Büro voraus und man könnte argumentieren, dass es Anreize schaffen soll, doch möglichst viel Zeit im Büro zu verbringen (ein Vorwurf, der auch Unternehmen wie Google immer gemacht wird, wenn Campus-Umgebungen mit Frisör, Bank oder Wäscherei entstehen).
  • Flache Hierarchien sind weiterhin Hierarchien – und sagen auch nichts über den Führungsstil
  • Smartphones und Tablets klingen zwar nach Digitalisierung, bleiben aber stumpfe Werkzeuge ohne passende Anwendungen und Prozesse

Was Mitarbeiter wollen

Schaut man sich dagegen die Wünsche der Mitarbeiter an (Bitkom New Work 2019), so ergeben sich deutliche Diskrepanzen.

190910_pk_new-work_chart-11_pg Auch die oben erwähnte IDG-Studie ergab als häufigste Wünsche der Mitarbeiter flexiblere Arbeitszeitmodelle, standortübergreifender Zugriff auf alle Daten sowie eine schnellere Netzwerkanbindung (wobei die konkrete Fragestellung auch eher auf den „Büroarbeitsplatz“ abzielte als auf New Work im Allgemeinen).

Eine Studie im Auftrag von Institut HR|Impulsgeber und Detecon Consulting stellt dementsprechend deutliche Abweichungen zwischen den Erwartung der Mitarbeiter und dem Status-Quo der Umsetzung neuer Arbeit fest, insbesondere in den Bereichen

  • Beteiligung der Mitarbeiter an der Strategieentwicklung
  • Teil der Arbeitszeit für kreative / eigene Projekte
  • Flexibler Wechsel zwischen Führungs- und Fachkarriere

Die geringste zeigt sich dagegen in den Kategorien

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Job Rotation

Während die Ursache für die geringe Abweichung bzgl. Job Rotation eher dabei zu suchen ist, dass es auch keine hohe Präferenz bei Mitarbeitern erzielte, lohnt sich bzgl. Flexible Arbeitszeiten ein kurzes Nachdenken. Wie kann es sein, dass Mitarbeiter den Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten als wichtigsten Wunsch formulieren, der Punkt aber eine der geringsten Abweichungen aufweist, obwohl er nicht in den TOp-Maßnahmen der Unternehmen auftaucht? Die wahrscheinlichste Interpretation für mich ist, dass Mitarbeiter Home Office-Möglichkeiten in der Praxis für flexiblere Arbeitszeiten nutzen, auch wenn die offiziellen Arbeitszeitregelungen dies gar nicht hergeben. Die Spanne dürfte reichen von „Wohlwollend toleriert durch den Arbeitgeber“ bis „Arbeitgeber sieht es nicht, würde es aber bei Beweis als Kündigungsgrund ansehen“.

… und was ist mit „Kollaboration“?

Auf den ersten Blick ebenfalls überraschen mag es, dass sich weder bei Mitarbeitern noch unter Arbeitgebern IT-Lösungen zur Zusammenarbeit unter den Spitzenreitern befinden.  Letztlich erscheint mir das aber nur logisch, da die Lösungen selbst ja nicht  den eigentlichen Wunsch der Mitarbeiter darstellen (und schon gar nicht der Arbeitgeber, da darin zunächst häufig nur einen Kostenaufwand sehen oder argumentieren „Wir haben doch E-Mail“). IT-Lösungen (wie Slack oder Microsoft Teams) sind nur „Mittel zu Zweck“, um den Weg zu mehr Digitalisierung, veränderten Arbeitsformen und letztendlich auch zu einer transparenten Unternehmenskultur zu ermöglichen.

Ich werde in loser Folge weitere Beiträge zum Thema New Work veröffentlichen und meine eigene Perspektive auf den Begriff einbringen.

  • Teil 1: Historie
  • Teil 2: Dimensionen
  • Teil 3: Was machen Unternehmen – und was wollen Mitarbeiter (dieser Beitrag)

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