Meine Erfahrungen mit Microsoft Office Sway

Schnelle Ergebnisse, wenig Einflussmöglichkeiten. Und vor allem: Nicht PowerPoint 🙂

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Nach einem früheren Blogartikel habe ich mich in den letzten Tagen nochmals verstärkt mit Microsoft Office Sway beschäftigt. Sway ist Teil von Office 365 und soll es Anwendern ermöglichen, auf einfache Weise Text- und Medieninhalte zu (Web-)Präsentationen zu kombinieren. Eine besondere Eigenschaft von solchen Präsentationen ist, dass sie sich „responsiv“ an das jeweilige Anzeigegerät anpassen, d.h. dass die einzelnen Inhaltselemente (Texte, Bilder, eingebettete Video, …) je nach Bildschirmauflösung z.B.  auf einem Smartphone anders angeordnet werden als auf einem Full-HD-Fernseher.

Als Versuchsobjekt habe ich eine imaginäre Unternehmenspräsentation meines aktuellen Arbeitgebers Data One mit Sway erstellt. Hier ein paar subjektive Erfahrungen.

  • Als PowerPoint-verseuchter Anwender muss man zunächst verdauen, dass es keine „Folien“ gibt. Zu präsentierende Objekte (Texte, Bilder, Videos, …) werden auf sogenannte „Karten“ verteilt. Welche Karten zusammen auf einer Bildschirmseite dargestellt werden entscheidet Sway – abhängig von der Bildschirmauflösung des anzeigenden Endgeräts.
  • Man kann Sway „Hinweise“ geben, indem man Karten zu „Gruppen“ zusammenfasst. Aber die Konfigurationsmöglichkeiten (also der manueller Eingriff, was konkret geschehen soll)  sind beschränkt – so kann man Sway z.B. mitteilen, dass eine Gruppe von Bildern als „Stapel“ oder als „Diashow“ angezeigt werden soll. Gruppen von Textkarten werden von Sway (teils unerwartet…) mal auf unterschiedliche Bildschirmseiten verteilt und mal als „Scrolltextfeld“ zusammen mit einer umgebenden Bildkarte angezeigt, Auch hier gilt: Gezielte Einflussnahme nicht möglich.
  • Für Bilder gibt es verschiedene „Effekte“ – man kann einen „Fokuspunkt“ setzen (dieser bleibt bei Animationen/Zoomeffekten immer sichtbar) und eine „Animationsintensität“ angeben (die sich z.B. auf den Stil der Umrahmung auswirkt). Konkrete Konfiguration des Resultats auch hier nicht möglich.
  • Auch die Möglichkeiten zur optischen Anpassung (Hintergrundfarben, Textformatierungen) sind beschränkt.  Eine gezielte Formatierung ist kaum möglich. Man muss sich darauf verlassen, was Sway aus den Hinweisen „Hervorhebung“ oder „Akzent“ für Textabschnitte macht und sich für ein „Farbschema“ entscheiden. Diese kann man auch selbst erstellen, indem man eine Vorlage hochlädt – auch hier waren die Ergebnisse eher unvorhersehbar.
  • Das Einbetten von Bildern und Videos klappt prinzipiell gut. Das Einbetten von (Youtube-)Videos wird aber dadurch erschwert, dass ein konkretes Video über eine Youtube-Suche identifiziert werden muss. Die gezielte Angabe einer Youtube-URL habe ich nicht hinbekommen.
  • Das Einbetten von Bildern ist u.a. durch Hochladen einer lokalen Datei, durch Auswahl aus Diensten wie Flickr und OneDrive oder auch durch Eingabe einer URL möglich – letztes empfand ich als durchaus praktisch, um schnell Bilder von Webseiten einzubeziehen.
  • Die Übergänge zwischen den einzelnen Bildschirmseiten findet wahlweise horizontal, vertikal oder einem „Präsentations-optimierten“ Modus statt. In den ersten beiden Fällen werden die Elemente etwas „lockerer“ verteilt (nicht immer „bildschirmfüllend“) und eignen sich zur Ansicht auf (touch-fähigen) Tablets. Der (in der oben verlinkten Data One-Präsentation verwendete) Präsentationsmodus erzeugt einzelne „volle“ Bildschirmseiten (mit Vor- und Zurück-Buttons) und kommt so einer klassischen Präsentation näher.
  • Die Stabilität von Sway war in meinem Internet Explorer 11 durchwachsen – das ein oder andere Mal half nur ein beherztes Löschen des Browsercaches bzw. der Cookies, um weiterarbeiten zu können. Auch die Performance der Anzeige (also die Zeit zwischen Klicken auf „Präsentation starten“ aus dem Design-Modus heraus und der endgültigen Anzeige der Präsentation) war für mich nicht zufriedenstellend.
  • Es fehlen (für mich) elementare Funktionen, z.B. das temporäre Ausblenden von einzelnen Karten oder das Kopieren (Duplizieren) von ganzen Gruppen innerhalb eines Sway. Beide Funktionen hätte ich mir gewünscht, um z.B. verschiedene Konfigurationen einer Gruppe zu vergleichen („Was passiert, wenn ich diese Bildkarte weglasse oder hier noch eine Textkarte ergänze?“) oder die ersten Karten auszublenden, wenn ich mir nur den Effekt meiner Änderungen an den hinteren Karten ansehen möchte. Für eine Unternehmenspräsentation wäre es schön, je nach Zuhörer einzelne Elemente ausblenden zu können. Immerhin lässt sich ein komplettes Sway (mit allen Karten) duplizieren oder dann die Kopie weiter bearbeiten.

Fazit: Ich sehe Sway im derzeitigen Zustand als geeignet an, um „mal schnell“ und ohne technische Kenntnisse aus verschiedenen Inhalten eine webfähige, responsive, und einigermaßen modern anmutende Präsentation zu erstellen. Im Zeitalter von Facebook und Co. eine durchaus interessante Nische. Für den professionellen Einsatz im Unternehmensumfeld ist Sway aktuell aus meiner Sicht nur dann geeignet, wenn man sich bewusst ist, eben keine (PowerPoint-)Präsentation zu erhalten, sondern etwas Neuartiges. Fehlende manuelle Konfigurationsmöglichkeiten zur Wahrung der Corporate Identity sowie fehlende Funktionalitäten wie das Kopieren oder Deaktiveren von Karten innerhalb eines Sways erschweren aber auch dann den Unternehmenseinsatz. Wie intensiv Microsoft die zahlreichen Ideen aus dem entsprechenden Forum tatsächlich umsetzt wird die Zukunft zeigen.

Microsoft startet 2016 „Public Cloud Deutschland“

Microsoft bietet seine Dienste ab dem zweiten Halbjahr 2016 unter dem Titel „Public Cloud Deutschland“ auch über Rechenzentren in Deutschland an. Mit weiteren Informationen aus Q&A-Session mit Microsoft.

Microsoft bietet seine Dienste ab dem zweiten Halbjahr 2016 unter dem Titel „Public Cloud Deutschland“ auch über Rechenzentren in Deutschland an. Zunächst werden ausgewählte Dienste von Azure zur Verfügung gestellt, später auch Office 365 und CRM Online. Sowohl Daten über die Kunden als auch deren Nutzdaten werden dann ausschließlich in Deutschland gespeichert. Kunden können zwischen der „Public Cloud Deutschland“ und den bestehenden Microsoft-Cloud Services („Public Cloud Europa“) wählen – je nach Anforderungen ihres Geschäftsmodells und bestehenden Branchenregularien.

Der Zugang zu sämtlichen Kundendaten, die in den neuen deutschen Rechenzentren gespeichert sind, wird von T-Systems als Datentreuhänder kontrolliert. Ohne Zustimmung des Datentreuhänders oder des Kunden selbst hat Microsoft keinerlei Zugang zu Kundendaten – und kann auch nicht von Dritten zur Herausgabe verpflichtet werden. Mitarbeiter von Microsoft haben weder administrative Top-Level-Rechte, um Zugriff auf Kundendaten zu gewähren – noch können Mitarbeiter von Microsoft sich auf Server mit Kundendaten einloggen.

Microsoft Cloud in Deutschland

Das Angebot richtet sich an alle Kunden, die eine lokale Cloud-Lösung bevorzugen, speziell Unternehmen und Organisationen aus datensensiblen Branchen wie der Finanzwirtschaft, dem Gesundheitswesen oder dem öffentlichen Sektor.

Microsoft stellt sicher, dass die von T-System betriebenen Rechenzentren den gleichen Sicherheitsansprüchen genügen wie die Microsoft-eigenen Rechenzentren. Der Datenaustausch zwischen den beiden geographisch voneinander getrennten Rechenzentren in Biere bei Magdeburg und in Frankfurt am Main findet über ein vom öffentlichen Internet getrenntes Netzwerk statt. Um die Geschäftskontinuität und die Wiederherstellung von Daten auch in Katastrophenfällen zu gewährleisten, findet ein kontinuierlicher Datenabgleich zwischen den Rechenzentren statt. Durch das getrennte Netzwerk wird gewährleistet, dass die Daten während des Abgleichs ebenfalls niemals Deutschland verlassen.

Weitere Informationen zum Cloud-Angebot von Microsoft Deutschland unter www.microsoft.de/cloud-deutschland.

FAQ

Q: Ist dies ein Eingeständnis von Microsoft, dass die bisherige Abwicklung nicht datenschutzkonform ist?
A: Nein. Daher werden auch für Kunden in Deutschland weiterhin beide Optionen (Public Cloud Deutschland und Public Cloud Europa) angeboten. Das zusätzliche Angebot richtet sich an solche Kunden, die z.B. durch Betriebsvereinbarungen weitergehende Anforderungen haben.

Q: Wie ist die Preisgestaltung der „Public Cloud Deutschland“?`
A: Die Nutzung der „Public Cloud Deutschland“ wird mit einem geringen Aufpreis gegenüber der „Public Cloud Europa“ versehen sein, dessen genaue Höhe noch nicht bekannt ist.

Q: Wird Microsoft in der „Public Cloud Deutschland“ die gleichen SLA’s garantieren wie in der „Public Cloud Europa“
A: Ja. Der Vertragspartner der Kunden wird weiterhin Microsoft sein, so dass alle Ansprüche aus Nichterfüllung der SLAs „einseitig“ in der Verantwortung von Microsoft sind (kein Hin- und Hergeschiebe der Schuld im Dreieck mit T-Systems).

Q: Warum steht zunächst nur Azure zur Verfügung?
A: Weil zum Betrieb von Office 365 und CRM Online Azure-Dienste benötigt werden. Um also Office 365 und CRM Online aus der „Public Cloud Deutschland“ anzubieten, muss zunächst Azure bereitstehen.

Q: Werden alle Azure-Dienste in der Public Cloud Deutschland zur Verfügung gestellt?
A: Das Ziel ist, nach und nach alle Dienste zur Verfügung zu stellen. Auch das Roll-out von Updates soll nicht wesentlich hinter dem jeweiligen Roll-out in der Public Cloud Europa hinterherhinken.

Q: Kann der Kunde auch von außerhalb Deutschlands auf Daten/Dienste aus der „Public Cloud Deutschland“ zugreifen?
A: Ja. Der Zugriff auf diese Dienste ist weltweit möglich – eine entsprechende Internetverbindung vorausgesetzt. Um zusätzliche Sicherheit (z.B. in Hybrid-Szenarien) zu ermöglichen, wird es Azure Express Route für MPLS-Zugänge in Deutschland geben.

Q: Wie wird im Kundensupport sichergestellt, dass auch hier die Kundendaten nicht in die USA gelangen?
A: Auf Kundenwunsch kann hinterlegt werden, dass Kundensupport-Anfragen ausschließlich durch Mitarbeiter in der EU bearbeitet werden.

SAP Anywhere: Einordnung in Cloud-Portfolio von SAP

„Front-Office“-Lösung als Ergänzung zu vorhandenen betriebswirtschaftlichen Anwendungen bei Kleinunternehmen.

​In einem per Live-Streaming weltweit verbreiteten Event hat Rodolpho Cardenuto (President Global Partner Operations bei SAP) vor wenigen Tagen den SAP-Partnern weltweit neue Informationen zu SAP Anywhere vorgestellt.

SAP Anywhere wurde von SAP in China entwickelt und als Cloud-Lösung angeboten. Nicht verwechselt werden darf SAP Anywhere übrigens mit der Datenbankanwendung SAP Sybase SQL Anywhere…

SAP Anywhere ist eine „Front-Office“-Lösung. Als solche soll SAP Anywhere kein ERP-System („Back-Office“) ersetzen, sondern ein ERP-System um Funktionalitäten dort ergänzen, wo Kontakt mit Kunden besteht. SAP Anywhere bietet Funktionalitäten u.a. im Bereich eCommerce/Webshop, Digital Multi-Channel-Marketing / CRM und Lagerbestandsführung.

SAP Anywhere richtet sich primär an Kleinunternehmen, und zwar vor allem im „Handel“ (als Referenz wurde u.a. ein Fahrradhändler gezeigt); wenig überraschend spricht SAP daher die derzeitigen SAP Business One-Partner als prädestinierte Vertriebspartner für SAP Anywhere an. Diese sollen bei ihren Bestandskunden ein Zusatzgeschäft mit SAP Anywhere erschließen. Die Schnittstellen von SAP Anywhere lassen aber prinzipiell auch eine Integration mit anderen ERP-Lösungen (wie SAP Business ByDesign) zu.

Die erwartete Projektgröße bei der Einführung von SAP Anywhere bewegt sich (wenig überraschend bei der angepeilten Kundengröße) in (Zitat) „Stunden bis Tagen statt in Wochen bis Monaten“.

SAP Anywhere ist ab sofort in China verfügbar, die Verfügbarkeit für USA und UK wird für H1/2016 angestrebt. Deutschland soll „danach“ folgen.

Ein kleines Marketing-Video zu SAP Anywhere findet sich unter