Movilizer Cloud

Die vergangenen drei Tage habe ich auf den Movilizer Days verbracht. Neben Gesprächen mit Ausstellern und Besuchern habe ich mir ein besseres Verständnis von „Movilizer“ erarbeitet und möchte dies teilen.

Bei der Movilizer Platform des gleichnamigen Unternehmens (gegründet 2006 von ehemaligen SAP-Mitarbeitern) handelt es sich um eine Plattform zur Erstellung von mobilen Applikationen. Die Gesamtarchitektur besteht aus drei Ebenen:

  • Movilizer App – eine für derzeit 8 Plattformen (iOS, Android, Windows Phone, Symbian, Windows Mobile (!), Symbian (!!!), Win32, …) verfügbare Anwendung zur Ausführung der mobilen Anwendungen. Die App kann außerdem eingegebene Daten zwischenspeichern und (im Falle fehlender Netzwerkverbindung) erst zu einem späteren Zeitpunkt weiterreichen (offline-Fähigkeit).
  • Movilizer Cloud – das „Herzstück“ der Plattform, kümmert sich um den Datenaustausch zwischen mobilen Endgeräten und den Backend-Systemen. Kann für einfache Anwendungen aber auch selbst als Backend agieren (und mobil erfasst Daten z.B. in Form von CSV-Dateien bereitstellen).
  • Movilizer Connectors – Fertige Konnektoren zum Datenaustausch mit verbreiteten Backendsystemen, darunter ein von SAP zertifizierter Konnektor zu SAP ERP

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Als differenzierendes Merkmal gegenüber der Vielzahl ähnlicher anderer Plattformen sieht Movilizer die Möglichkeit, „Backend-getrieben“ (durch die gut integrierten Konnektoren mit den jeweiligen Tools und Programmiertechniken der vorhandenen Anwendungen – denn hierzu haben die Unternehmen passende Skills aufgebaut) mobile Anwendungen zu entwickeln sowie Standard-Apps zur Mobilisierung typischer Prozesse in SAP ERP anzubieten.

Meine Einschätzungen: Das Konzept mit plattformspezifischen „Player-Apps“ ist attraktiv, da die mobilen Anwendungen nur einmal entwickelt werden müssen und auf allen relevanten Plattformen sofort lauffähig sind – ein Vorteil u.a. für Unternehmen, die eine „BYOD“ (Bring your own device) Strategie haben bzw. nicht alle Mitarbeiter mit mobilen Endgeräten ausstatten (ich denke u.a. an Sicherheits-, Putz- und Pflegedienste). Updates in der mobilen Anwendung können „im Backend“ vorgenommen werden, ohne dass Updates auf den Endgeräten installiert werden müssen (da die App auf dem Endgerät ja nur als „Player“ agiert).

Die sehr enge Integration mit SAP macht Movilizer in erster Linie interessant zur Mobilisierung von Geschäftsprozessen in (oder zumindest mit) SAP ERP. Auch die derzeit ca. 15 verfügbaren Standardapplikationen sind durchweg mobile Anwendungen für SAP-Module (PM, DSD, MM/WM, FI-AA, Workflow, …) bzw. die dahinterliegenden Prozesse Wartung&Instandhaltung, Direktbelieferung, Material- und Warehousemanagement, Inventarisierung von Anlagevermögen.

Mein Fazit: Attraktive Plattform für alle Unternehmen, die mehrere innerbetriebliche Geschäftsprozesse rund um SAP ERP mobilisieren möchten und dabei bewusst auf eine einheitliche Plattform statt einer Vielzahl unterschiedlicher Technologien und Schnittstellen setzen möchten.

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Microsoft startet Office 365 Video

Kurz notiert: Microsoft hat die Verfügbarkeit von Office 365 Video angekündigt. Eine Art „YouTube für Unternehmen“, verzahnt mit weiteren Diensten von Microsoft (u.a. Delve und Yammer). Klingt gut, aber ich frage mich dennoch, warum man gerade Office 365 Video nutzen sollte – es gibt ja den ein oder anderen eetablierten Videohoster am Markt.

Video-Interview mit Simon Paris

Ein kurzes Hinweis auf ein Video-Interview, das Paul Taylor mit Simon Paris (President Industry Cloud, SAP SE) geführt hat.

Das Video selbst enthält keine bahnbrechenden Neuigkeiten. Meine Frage ist eher, was denn die Abteilung „Industry Cloud“ bei SAP so treibt. Einen ersten Hinweis liefert ein weiteres Interview auf dem SAP News Portal – wirklich schlauer bin ich aber noch nicht.

TechRadar berichtet

SAP has created a division focused on industry-specific cloud tools, the company said in a statement. […]

The goal of the division will be to develop prescriptive, industry-based cloud road maps, SAP said.

 

Aha.

Erklärungen aller Mitleser, was das konkret bedeutet (insbesondere in Bezug auf SAP Business ByDesign), sind herzlich willkommen.

Kurzbericht DSAG Arbeitskreis SAP Business ByDesign (Teil 2)

Im vorherigen Post war ich kurz auf die Roadmap für SAP Business ByDesign sowie auf die Präsentation von Rainer Zinow eingegangen. Wie es sich für die DSAG gehört, kamen aber auch Anwender zu Wort.

Andreas Eissmann sprach über Do‘s & dont‘s im Freelancerbeschaffungsprozess bei Projektdienstleistern – ein sehr gut zur Zielgruppe passender Vortrag, der Fallstricke und Optionen zur Abbildung des Einkaufs von Freelancern aus Projekten heraus darstellte.

Als wahre Perle erwies sich unter dem Titel „Hot Functions“ eine offene Runde, in der alle Teilnehmer unter dem Motto „Man lernt nie aus“ nützliche aber teilweise nicht offensichtliche Kniffe rund um SAP Business ByDesign präsentieren konnten.

Unternehmensspezifische Hilfe

Den Anfang machte einmal mehr Rainer Zinow und zeigte die Möglichkeit, die eingebaute Hilfe von SAP Business ByDesign mit eigenen Dokumenten (z.B. individuellen Prozessdokumentationen) oder Links (warum nicht zum unternehmenseigenen SharePoint?) zu ergänzen, deren Sichtbarkeit festzulegen (ob „global“ im Hilfebereich oder nur in ausgewählten Arbeitsbereichen) und sie über die Enterprise Search auffindbar zu machen.

Broadcast von Berichten per E-Mail

SAP Business ByDesign ermöglicht es, Reports (z.B. Umsatzstatistiken) in festgelegten Intervallen per E-Mail zu versenden. Praktisch zum Beispiel für Vertriebsmitarbeiter, die so wöchentlich ihre aktuellen Verkaufszahlen begutachten können, ohne aktiv im System danach zu suchen. Der Clou besteht aber darin, dass bei einem bestimmten Aufbau des Berichts SAP Business ByDesign automatisch jedem Vertriebsmitarbeiter automatisch nur dessen Verkaufszahlen zusendet – ohne dass man für jeden Vertriebsmitarbeiter manuell eine separate Ansicht bzw. einen separaten Filter anlegen müsste. Alle Interessierten sollten in der Hilfe Ihres Systems nach „Broadcast“ suchen – die Handhabung ist etwas kompliziert, aber gut dokumentiert.

Cloud-Datenquellen

Sie migrieren auf SAP Business ByDesign, wollen aber historische Daten (z.B. Jahresumsätze der Kunden) importieren, so dass Sie diese in einem Bericht mit aktuellen Daten vergleichen können? Cloud-Datenquellen sind von Nutzen, wenn Sie Analysedaten aus externen Quellen für Berichtszwecke in SAP Business ByDesign hochladen möchten. Spannend ist außerdem, dass sich der Berechtigungskontext von SAP Business ByDesign nutzen lässt, um die Sichtbarkeit der Daten je nach Benutzer einzuschränken. Auch hier gilt: Bei Interesse in der Hilfe suchen nach „Cloud-Datenquellen“.

P.S.: Falls hier Teilnehmer des Arbeitskreises mitlesen: Sehr gerne erwähne ich bei jedem Tipp den Namen des jeweiligen Urhebers – wollte dies jedoch nicht ohne ausdrückliches OK tun.